Reacher Apparels, India

Reacher Apparel ist ein FAIRTRADE und GOTS zertifizierter Textilbetrieb in der Stadt Tiruppur im südlichsten Bundesstaat Indiens. Die Gegend ist bekannt für die Textilindustrie, vor allem Strickwaren, Strümpfe und Sportbekleidung werden hier für die ganze Welt gefertigt. Circa 90 Prozent der indischen Baumwollstrickwarenausfuhren kommen aus Tiruppur. Die meisten Betriebe arbeiten herkömmlich. Dementsprechend kritisch ist die ökologische Situation in diesem Gebiet zu sehen. Der große Fluß Noyyal ist durch Industrieabwässer (vorallem aus Färbe- und Bleichprozessen) stark verschmutzt und stellt eine große Herausforderung für die Trinkwasserversorgung der Stadt dar.

Es ist nicht leicht, sich in einem derartigen Marktumfeld gegen den Mainstream zu stellen und ökonomisch zu überleben. Reacher Apparel tut genau das und hat sich ganz dem Auftrag verschrieben, so fair und nachhaltig wie möglich zu produzieren. 2009 wurde die Firma von Dhana und seinem Geschäftspartner Rohit gegründet und hat mittlerweile 100 Mitarbeiter. Die beiden Geschäftsführer arbeiten laufend daran, ihr Unternehmen noch nachhaltiger zu gestalten. Zur Zeit ist zum Beispiel eine neue Solaranlage für das Fabrikgebäude in Planung, womit 50% der benötigten Energie selbst autark und umweltfreundlich erzeugt werden können.

Konfektion in einer Bekleidungsfabrik

Eine Produktionsstraße in der Konfektion (Näherei).

 

Reacher ist sehr bemüht, sozial und ökologisch nach höchsten Standards zu agieren.

Das heißt auf sozialer Ebene:

  • Alle Mitarbeiter*innen erhalten regelmäßige und ordentliche Einschulungen, auch in Hinblick auf Sicherheit am Arbeitsplatz, Nachhaltigkeit und Umgang mit Ressourcen.
  • Mitarbeiter*innen haben geregelte Arbeits- und Pausenzeiten ohne exzessive Überstundenforderungen.
  • Mitarbeiter*innen erhalten Existenzlöhne, nicht nur den gesetzlichen Mindestlohn. (Warum dies erwähnenswert ist, kann unter anderem auch in unserem Blogbeitrag zum Thema nachgelesen werden)
  • Eine Pensionsvorsorge und Krankenversicherung wird für alle Mitarbeiter*innen gewährleistet. Auch das ist nicht selbstverständlich.
  • Reacher finanziert für seine Mitarbeiter*innen regelmäßige augenärztliche Untersuchungen und Behandlungen und unterstützt bei den Ausgaben für Sehhilfen und Medikamente.
  • Für die Kinder der Mitarbeiter*innen wird ein Beitrag zu den Schulkosten geleistet.
  • Im Falle von Krisen, wie z.B. Naturkatastrophen, wurden und werden Hilfsgüter und Erstversorgung für in Mitleidenschaft gezogene Nachbar*innen angeboten.
Eye Camp Augenarzt untersucht Näherin

Eine Mitarbeiterin bei der durch die Firma gesponserten augenärztlichen Untersuchung

Eingang zur Druckhalle mit Schildern für faire Arbeitsbedingungen
Arbeits- und Pausenzeiten sowie grundlegende Bedingungen sind klar geregelt und werden auch auf Schildern an den Fabrikeingängen kommuniziert

Aus ökologischer Perspektive werden die folgenden Maßnahmen gesetzt:

  • Reacher besucht laufend seine Zulieferer, um zusätzlich zu den unabhängigen GOTS und FAIRTRADE Audits sicher zu stellen, dass auch wirklich alle Richtlinien eingehalten werden.
  • Alle Mitarbeiter*innen erhalten Einschulungen über den Umgang mit eingesetzten Ressourcen und möglichst nachhaltige Verhaltensweise.
  • Die Zusatzmaterialien wie Hangtags oder Verpackungen werden so nachhaltig wie möglich bezogen, zum Beispiel sind die Hangtags aus recycelter Baumwolle und die (leider immer noch üblichen) Polybags aus kompostierbarem oder biologisch abbaubarem Plastik.
  • Für die von uns verwendeten Elastikbänder wird Fair Rubber zertifizierter Kautschuk verwendet.
  • In der Druckwerkstatt gibt es eine eigene Kläranlage für das verwendete Wasser. So ist es möglich, bis zu 90% des verwendeten Wassers wieder aufzubereiten und es z.B. zum Waschen der Drucksiebe oder zum Putzen zu verwenden.
  • Auch die Färbe-Anlage ist an eine spezielle Kläranlage angeschlossen, die es ermöglicht, das verwendete Wasser wieder aufzubereiten – um die 80% des für die Färbung verwendeten Wassers können so wieder im Färbeprozess verwendet werden. Aber auch die für die Färbeprozesse verwendeten Salze können über diese Anlage extrahiert und wieder erneut eingesetzt werden. So wird nicht nur Wasser, sondern auch Rohmaterial für die Färbungen gespart und landet nicht in der Umwelt.
  • Der Zulieferer der für die Stoffe verwendeten Garne arbeitet komplett mit erneuerbarer Energie. Wenn man bedenkt dass 30% des Energieaufwands für ein Kleidungsstück durch das Rohmaterial zustande kommen, ist das nicht wenig! Mit der neuen Solaranlage bei Reacher könnte dieser Prozentsatz dann sogar noch fast verdoppelt werden. Wir drücken die Daumen dass sie diese Erweiterung erfolgreich umsetzen können!
Siebdruckwerkstatt in Indien

Ein Blick in den Arbeitsbereich der Druckabteilung. Hier werden gerade T-Shirts im händischen Siebdruckverfahren gedruckt

Für GÖTTIN DES GLÜCKS produziert Reacher die wunderbar weiche Biobaumwoll-Unterwäschekollektion – bis jetzt. Denn wir hoffen, in Zukunft viele weitere tolle Produkte mit Reacher entwickeln zu können.

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