BLACK FRIDAY - Ein schwarzer Freitag

Mindfulness Politik

Heute ist Black Friday. Der Einzelhandels-Rabattschlachttag. An diesem Tag wurden letztes Jahr im US-Einzelhandel allein 7,4 Milliarden Dollar umgesetzt. Zusammen mit dem Cyber Monday, dem auf den Black Friday folgenden Montag, waren es sogar 16,8 Milliarden Dollar. Nur zum Vergleich: Der Jahresumsatz von Microsoft betrug 2019 125,8 Milliarden Dollar, der von Apple belief sich 2020 auf 274,50 Milliarden. Der Black Friday ist DER Treiber für den Jahresumsatz und auch im europäischen Einzelhandel immer mehr gehyped. Aber muss das wirklich sein? Muss man darauf einsteigen? Wir möchten euch bitten, mit uns gemeinsam einmal kurz inne zu halten und ein paar Gedanken zum Tagesthema zu teilen.

Wir alle werden dieser Tage von allen Seiten mit Werbung und Rabattangeboten bombardiert. Durch Corona und die damit verbundenen Lockdowns ist diese Situation zwar auf den Straßen weniger präsent, aber dafür hat sich die Rabattschlacht ins Internet und auf die Printwerbung verlagert. Gerade die großen Einzelhändler ziehen dieses Jahr alle Register, die das Marketinghandbuch hergibt.

Klar, in einer Zeit der geschlossenen Läden muss der Umsatz anders erzeugt werden. Müssen Produkte anders zu den Konsument*innen kommen. Aber was, wenn die Konsument*innen nicht mitspielen? Was, wenn wir nicht die Großen unterstützen? Wenn wir uns nicht die Dinge kaufen, die uns da angepriesen werden wie sauer Bier? Wenn wir dem Kaufimpuls widerstehen und stattdessen in uns gehen, um zu überlegen:

  • Brauche ich das wirklich?
  • Wen unterstütze ich mit meinem Kauf und welches damit verbundene Geschäftsgebaren?
  • Wurde das Produkt in einer Weise erzeugt, die ich vertreten kann/will?

 Und – wenn es ein Geschenk ist:

  • Muss ich meine Zuneigung unbedingt auf diesem Wege ausdrücken?
  • Mache ich den/die Beschenkte*n wirklich ein Stück glücklicher damit?

Oftmals – und gerade in der Weihnachtszeit – werden Geschenke aus Verlegenheit oder ohne Nachdenken besorgt, die dann nachher ungeliebt in der Ecke landen. Oder noch schlimmer: direkt im Müll. Wollen wir das wirklich?

Die Antwort darauf lautet vermutlich: Nein.

Denn egal aus welchem Grund wir etwas für uns kaufen oder um es zu verschenken: Dinge haben es verdient, ihren Zweck erfüllen zu dürfen. Im Umkehrschluss heißt das aber auch dass wir uns über den Zweck bewusst sein sollten, bevor wir eine Kaufentscheidung treffen. Wenn der Zweck nur darin besteht, der fünfte Ersatzpulli zu sein oder Staub zu sammeln, könnte das ein Anzeichen sein, dass man die Kaufentscheidung noch einmal überdenken sollte. 😊 Andererseits kann aber der Zweck eines Gegenstands lediglich darin bestehen, Freude zu spenden. Wir alle kennen Beispiele wie die heißgeliebte Sammlung an Porzellanfiguren oder vergleichbaren Dingen. Solange ein Produkt und damit auch die für die Herstellung verwendeten Ressourcen wertgeschätzt werden, ist der Zweck des Produkts erfüllt.

 

Wir sind nun natürlich als Genossenschaft, die Produkte entwickelt und in Umlauf bringt, nicht in der Position, den totalen Konsumverzicht zu predigen. Und natürlich verstehen wir auch, dass man seinen Lieben eine Freude machen möchte oder sich selbst einmal etwas gönnen. Wir sind sogar sehr dafür, denn Freude ist gesund! 😊

Wir möchten daher die folgenden Impulse für ein bewusstes, nachhaltiges Shopping im Jahr 2020 geben.

 

1. Unterstützt kleine Unternehmen (vor Ort).

Gerade die EPU und KMU haben dieses Jahr unter der Coronakrise teils schwer gelitten. Wenn ihr etwas kaufen möchtet, überlegt euch doch einmal, dies bei einem kleinen oder mittleren Unternehmen zu tun, anstatt erstmal auf die üblichen Verdächtigen (die großen Einzelhändler) zurückzugreifen. Und überlegt euch auch, ob ihr das, was ihr kaufen möchtet, nicht auch von einem Unternehmen in eurer Nähe bekommt.

Und da nicht nur der Handel dieses Jahr schwer getroffen wurde, sondern auch viele Dienstleister*innen: überlegt euch, ob es nicht auch ein Gutschein sein kann, der Freude bringt. Vielleicht für euer Lieblingsrestaurant oder ein Personal Training mit Bekannten, bei denen ihr sowieso schon immer mal vorbeischauen wollt.

Ein Tipp für alle Österreicher*innen: Ihr findet kleine Unternehmen aus eurer Gegend (mit Webshops) zum Beispiel auf Nunu Kaller’s Liste: https://liste.nunukaller.com/

 

2. Kauft nachhaltig und fair.

Für jedes Produkt werden Ressourcen verwendet. Es macht für unsere Welt einen riesigen Unterschied, ob diese auf ausbeuterische, unfaire und umweltschädliche Weise eingesetzt werden, oder ob die Erzeugung ökologisch und sozial nachhaltig passiert. Übrigens macht es auch einen großen Unterschied, was mit diesem Produkt am Ende seiner Lebensdauer passiert (Stichwort: Kreislaufwirtschaft).

Mit jeder Kaufentscheidung setzen wir ein politisches Statement. Jeder Cent, den wir ausgeben, erschafft die Welt, in der wir leben werden. Die Welt, in der zukünftige Generationen leben werden.

Es reicht also nicht, nur grün zu reden, sondern auch dementsprechend zu handeln und zu investieren. Diese Aussage bezieht sich im Übrigen auch und vor allem auf das Verhalten vieler Big Player, zwar die großen, grünen Marketingflaggen gehisst haben, aber sonst im Großen und Ganzen nichts bis wenig an ihrem Verhalten ändern.

Mit diesen Gedanken möchten wir euch nun in die bald beginnende Adventszeit entlassen. Wir wünschen euch ein wunderbares Wochenende und hoffen, dass wir euch ein paar gute Denkanstöße bieten konnten für eine bewusste Vorweihnachtszeit.

Lasst’s euch gut gehen!

Eure Göttin

P.S.: Natürlich bietet auch unser Webshop eine bunte Auswahl an nachhaltigen, fair gehandelten Produkten von einem KMU aus eurer Nähe. ;)  

 


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